the big blabla with honigbomber!

Flávio Bacon: So jetzt mal einleitend dass große „Wer?,“ „Wie?,“ „Was?,“ „Wieso?,“ „Weshalb?,“ „Warum?“.

Flavio Bacon: Wer versteckt sich hinter Honigbomber an Personal?

Bartzy Honigbomber: Armin, Kolja, Marek, Manu und ich, Bartzy genannt. Alle toll. Ü30 bis U50-Band. Für die Damen und Herren der Mittelschicht. Punk für die oberen Zehntausend wär natürlich schöner aber was soll‘s. Jeder fängt mal klein an.
Die Frage zielt aber wahrscheinlich eher auf die ehemaligen und aktuellen Bands von den Andern ab. Ich weiß die längst nicht alle.
Armin am Schlagzeug spielt bei den immer mal wieder auftretenden Kurt, spielte bei Oma Hans und -für die zarten Gemüter – bei Bohrholm.
Kolja am Bass spielte und tanzte bei Boy Division, bei Fröbe und spielt noch bei Potato Fritz. Grob gesagt alles Umfeld vom tollen Fidel Bastro-Label, alles eher für Noiseliebhaber.
Manu(Git) spielte bei Eniac, zwischenzeitlich bei den eher poppigeren Die Charts und mischt jetzt auch bei den Auxes mit Milemarker-Dave und Eniac-Flo mit. Da werden aber bestimmt bald wieder 4-5 Bands dazukommen.
Marius, oder auch Marek, an der anderen Gitarre spielt bei den hektischen Kotzen und bei den Indiegöttern Solemn League und spielte früher bei Kurhaus.
Ich hatte nur 2 enorm geile Proberaumbands in all den Jahren. Die Deutschpunkband ohne Gitarre sei hervorgehoben.
So, stumpf runter gerattert.

Flavio Bacon: Wie und unter welchen Umständen seid Ihr auf die Idee gekommen, zusammen Musik zu machen?

Bartzy Honigbomber: Dafür bin ich eigentlich der falscheste Ansprechpartner. Die haben halt alle ständig ihre Bands und schon immer gehabt.
Kolja und Manu haben vor Ewigkeiten schon mal zusammen Musik gemacht, Manu und Armin kennen sich nicht zuletzt durch gemeinsame Eniac-/Kurt- Auftritte und irgendwann 2008 haben sie zusammen angefangen, zu proben. Dass es Eniac und Oma Hans dann nicht mehr gab, spielte natürlich auch ‘ne Rolle.
Ich glaube, vor allem Manu hatte dann Bock auf ‘nen weiteren Gitarristen. Kurz nachdem Marius dabei war, gab‘s auch einen ersten Instrumental-Kurzauftritt Ende 2008.
Dann gab‘s noch ein kleines Sängercasting bei dem ich mich durchsetzte, wohl auch weil durch die kaputte Gesangsanlage kaum was von mir zu hören war.
Ende 2009 gab‘s dann den 1. Auftritt zu fünft.
Der Hauptnenner ist schon Scheiße reden, Bier trinken. Und dann halt schon die Vermutung, dass das irgendwie zusammen passt. Also musikalisch gibt‘s eigentlich nur „Gefällt“ oder halt nicht. Und seltenst ein „Spiel das mal lieber so“.

Flavio Bacon: Ein Sängercasting? Erzähl mal mehr, wie sowas im Hause Honigbomber abläuft. Wie viele Mitbewerber hast du denn aus dem Ring geboxt?

Bartzy Honigbomber: Ist auch übertrieben. Letztendlich gab‘s eine oder zwei Proben mit dem Sänger von Vom Segeln, wobei – glaub ich – rein logistisch für mich sprach, dass ich eben in Hamburg wohne, und er eben nicht.

Flavio Bacon: Was ist bis jetzt an Output rausgekommen? Was wurde an Ideen verworfen? Welche Einflüsse wurden einbezogen? Und wie schaut es im Gesamtkontext mit Eurer ersten und nagelneuen LP aus?

Bartzy Honigbomber: Endlich mal was schnell zu beantwortendes: Nüscht. Also es gibt keinerlei weitere Veröffentlichungen von uns. Kein Demo, das legendär werden kann. Split 7„ auf Fidel Bastro mit den US-Sozialistennnoiserockern The United Sons of Toil war mal angedacht, wurde dann aber auch verworfen. Glaube, nicht mal von uns. Aber alles auf einmal zu veröffentlichen hat ja auch Vorteile. Ach ja, ein von der Platte und aus dem „Liveset“ geschmissenes Lied gibt‘s noch auf dem Centro Sociale-Solisampler. Dieser linke Stadtteilladen hat ‘ne (auch politisch) weite Palette an Veranstaltungen, und der Sampler spiegelt das auch gut wider.

Flavio Bacon: Was muss man sich als Nicht-Hamburger unter dem Centro Sociale vorstellen? Im Centro Sociale ist doch auch das Feldstern drin? Ich mag den Laden.

Bartzy Honigbomber: Ich steck‘ alles andere als in der Struktur drin, deshalb halt ich mich knapp um nicht zu viel Haue zu bekommen: Die Kneipe Feldstern und der halt im Selbstverständnis „autonome Stadtteiltreff“ Tschäntro sind im selben Gebäude und teilen sich auch irgendwie Nebenkosten usw.
Veranstaltungen vieler Art. Von Kinderbespaßung bis Diskussionsrunden. Alles innerhalb des linken Spektrums gewollt uneindeutig. Letztendlich sind wir auf dem Sampler weil wir da mal gespielt haben und ‘ne Freundin den Sampler zusammengestellt hat. Zur Roten Flora und vor allem dem Störte gibt‘s eigentlich mehr Verbindungen, um ganz ehrlich zu sein.
Auf dem Sampler sind Sachen drauf, die ich nicht mag, aber auch Sachen wie Duesenjaeger, Misfired, Balboa Burnout, Maison Derriere…

Flavio Bacon: Man merkt, dass Ihr aus einem ganz klar definierten, emanzipatorischen Umfeld kommt, und dies auch in eure LP eingeflossen ist. Warum kann man von dieser Entwicklung in der modernen Linken ansonsten in der Musik aus ihrem Umfeld so wenig davon merken?

Bartzy Honigbomber: Ähh… Puhh. Ich sag mal so, Freunde von uns (und wir) haben über Kristofs Beatpunkrezension auch ein wenig gelacht. Keiner von denen kennt uns als Bücherwürmer oder Adornozitatephrasendrescher. Ich persönlich hab nix (wirksames, höhöhö) dagegen, wenn das so wirkt. Aber wundern tut‘s mich trotzdem sehr. Müsstest Du mir erklären.
Ich finde, wir klingen nicht 1:1 wie die und die Band. Aber ein ganz neues Lied klingt für mich sehr nach Wipers. „Knigge“ klingt schon ein wenig nach Oiro. Und die Texte, die jetzt auch nicht zusammen in Plena entstanden sind sondern eher in kürzester Zeit, halten jetzt auch nicht mit denen von den watweissich Zitronen oder so mit. Sondern gehen mal gegen Ämter und Abschiebung, mal gegen Prollotum samt Zurschaustellung. Da ich ja eher angepisst rumnörgel, hält es sich nun mal sehr in Grenzen mit der dialektischen Herangehensweise. Nicht völlig klischeeaufgeladene Punktexte halt.
Und zur generellen Entwicklung: Musikalisch find ich das wirklich oft nicht schlimm. Punk oder „links sozialisierte Musik“ auf Zwang hipp und modern zu machen, das ist doch das was gerne mal schief geht.
Punkbands, die wie aus den frühen 80ern klingen, dürfen sich für meinen Geschmack auch noch in 50 Jahren gründen. Es gibt ja auch die jüngeren Leute, die nicht kommen können mit „Razzia 83 in Oma Bertas Keller war aber geiler“. Außerdem: und wenn schon.
Dass da textlich teilweise peinlicher, „überholter“ Scheiß bei raus kommt, ist halt ein ganz anderes Thema. Aber da gab‘s damals auch schon genug textliche Tiefflieger.

Flavio Bacon: Wie laufen die Vorbereitungen zur (ersten richtigen) Honigbombertour? Wie schaut euer Tourplan aus?

Bartzy Honigbomber: 8 Tage touren. Angst und Vorfreude. 3 Tage fand ich schon hart. Es ist halt alles sehr stumpf. Auto fahren, am Laden abhängen, warten, warten, warten, saufen, warten, spielen, saufen, …, schlafen, Auto fahren, usw. Und natürlich viel lesen, haha. Jaja, andere touren viel länger…
Momentan fehlt Tag 8, aber wir arbeiten dran. Bisher steht Freitag, 7.10.: Berlin im Schokoladen, Samstag, 8.10.: Potsdam im Black Fleck, Sonntag, 9.10.: Leipzig im Zoro, Montag, 10.10.: Darmstadt in der Oetinger Villa, Dienstag, 11.10.: Freiburg im White Rabbit, Mittwoch, 12.10.: Mainz im Haus Mainusch, Donnerstag, 13.10. Saarbrücken im Karate Club Meyer, Freitag, 14.10.: Duisburg – Djäzz. Und der 15. ist halt noch bzw. wieder frei.
Paar sehr gute Bands spielen noch mit, ich weiß, dass ich einige Bekannte treffen werde, bis dahin endlich die Platte in der Hand… Wenn dann auch noch die Stimme und Karre hält, und wir uns nicht zu sehr auf die Nerven gehn, wird das schon ganz geil.
Irgendwann dieses Jahr (vielleicht Mitte November) dann beim 5. oder 6. Konzert in Hamburg endlich mit ‘ner eigenen Schallplatte. Das ist doch was!

Flavio Bacon: Ja,  in der Oetinger Villa hab ich als Jungfuchs viel Zeit verbracht. Aber irgendwie hab ich nicht mehr mitbekommen, dass da noch regelmäßig so viele Shows und Veranstaltungen laufen. Aber gut zu hören.
Mir hat des Teufels eigene Großmudder (als ich ihr ihr letztes goldenes Haar vom Kopf gefressen hab) erzählt, dass irgendwo auf Eurer kommenden Tour Disney’s „Bee Movie“ als Vorfilm zu Eurer Show gezeigt wird. Kündigen sich da noch mehr großartige Sachen an?

Bartzy Honigbomber: Haha. Ich hab das ja mal ausgeplaudert, aber weiß das auch nur aus 2. Hand mit „Bees“. Ist auch nur Zufall. Letztendlich hab ich mir letztens auch mal zum Teil nur ergooglet, mit wem wir wo so spielen, also sonst weiß ich nicht viel. In 2-3 Läden war ich noch nie, bin gespannt.
Ich war früher übrigens auch oft in der Villa, aber auch schon 8 Jahre nicht mehr. Dachte, da wären immer noch regelmäßig Konzerte aber kein Plan.
Fr,  7.10. Berlin – Schokoladen (Frühkonzert)
Sa,  8.10. Potsdam – Black Fleck mit Radiator 865
So,  9.10. Leipzig – Zoro mit Frustration
Mo, 10.10. Darmstadt – Oetinger Villa, Kellerkonzert
Di,  11.10. Freiburg – White Rabbit
Mi,  12.10. Mainz – Haus Mainusch
Do, 13.10. Saarbrücken – Karate Club Meyer
Fr,  14.10. Duisburg – Djäzz mit Pleased to Meet

Flavio Bacon: Eure neue LP hat ja dieses „besondere“ – sagen wir mal unter uns Betschwestern – „Artwork“. Gibt es dazu eine Geschichte oder ist es eine reine Trotzreaktion auf die ganzen austauschbaren und totgeleckten „mein-beschter-Kumpel-isch-top-Grafikdesigner-in-der-beschten-Agentur-am-Platz-in-Schwäääbisch-Gmünd-und-unser-Schlagzeuger-des-steilste-Marketingpony-bei-Becks“-Coverdesings?

Bartzy Honigbomber: Ein unklares Jein. Letztendlich ist der Zettel im Suff im Forum Bielefeld entstanden. Die Künstler von der Kulturgruppe dort wissen wahrscheinlich auch gar nichts von ihrem Glück. Manu kam irgendwann vorbei und meinte „Cover fertig“. Der Bandname stand zunächst nur drauf, weil einer von den mitspielenden Dead Class wissen wollte, wie wir heißen. Der wurde dann bei der Vorlage noch ausgeschnitten und nach oben geklebt für die Plattenkistendurchwühler. Der Plattentitel und das Meiste der Rückseite kamen dann noch hinzu.
Aus Bielefeld haben wir auch übrigens unsere erste richtige „Livereview“. Zumindest für uns sehr lustig. Da kam auch das „Männerausflug von Intellektuellen, die sich zu verstellen wissen“ her.

Flavio Bacon: Gibt es irgendwelche großen Einflüsse auf die Band? Also jetzt nicht nur musikalisch? Und was sind die, sagen wir mal, 5 Konsensthemen bei euch Honigbomberboys? Also ich für meinen Teil mag alte Kung-Fu-Filme und flauschige Tiere (z.B. Häschen) sehr gern.

Bartzy Honigbomber: Bei Proben wird ja mehr gelabert als Musik gemacht. Aber dass mal was alle 5 geil finden… selten. Der übliche Quatsch: Wipers, Hot Snakes, Ten Volt Shock. Oiro mögen wir, glaub ich, alle. Marius und ich reden dann noch gern über Deutschpunk, Manu und Marius über Metal und schlimmen Hard Rock, Armin und ich über Nomeansno, usw.
Konsensthemen… Filmkrams auch. Aber da bin ich immer der Ahnungsloseste. Die andern 4 haben einige Insider von der Metallica-DVD, der neue Planet der Affen wurde mir empfohlen, werd ich niemals anschaun.
Und hey, wir haben Marius erst vor ‘ner Zeit aus der Glücksbärchenband Kurhaus befreit, also wir mögen eher Waffen! Ich schwafel rum, aber der große Bandnenner ist nicht zu finden, dafür sind‘s doch 5 viel zu unterschiedliche Leute.

Flavio Bacon: Habt Ihr schon irgendwelche Rückmeldungen zu Eurer neuen Platte bzw. zur anstehenden Tour bekommen? Ich möchte da eine gute alte Freundin aus dem vegan Reich und Großmeisterin im Dosenstechen zitieren: „Wenn es mit der Platte nichts wird, dann ist Deutschpunk am Arsch.“ Wenn du mich fragst, ganz schön starker Tobak… Aber völlig ok… Ich bin ja einer dieser Gönnertypen!

Bartzy Honigbomber: Haha… Ähh.. .GENAU SO IST ES! Auch wenn wir ja eher ‘ne vegane Anglerband sind. Sie hat also schon die Platte gehört?
Habs ja schon angedeutet, ich finde, dass es Bands gibt, die „schlechtere Musiker“ als Armin, Marius, Kolja, Manu haben, aber die ich auch sehr geil find. Okay, aktueller Deutschpunk ist schon ein schweres Thema. Aber sind wir für Dich Deutschpunk? Amen 81(naja)-Gegröle trifft Post-/Noisepunk. Fällt z.B. Amen 81 auch unter Deutschpunk? Keine Ahnung. Ich find überraschenderweise die Platte gelungen und – wie gesagt – auch was halbwegs Eigenes. Aber die Lorbeeren dann doch etwas hoch gehangen. Reaktionen bisher:
„beschissener Albumtitel“, „geiler Albumtitel“, „das bist doch nicht du, der da singt“ usw. Also fundiertes Lob gab‘s vor allem von Kids Explode-Kristof in seinem Beatpunkartikel, sonst haben wir’s, glaub ich, eher engen Freunden vorgespielt, die wohl eher so mäßig objektiv sind.

Flavio Bacon: Irgendwelche abschließenden Worte?

Bartzy Honigbomber: Keine Ahnung. Dank an alle Beteiligten, dass die Platte rauskommt. Ich hoffe, wir sehn uns auf Tour (Göttinger T-Keller Ende Oktober kommt wohl auch noch hinzu).

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Flávio Bacon: Ok, so now first of all, the big “Who?,” “How?,” “What?,” “Why?”.

Flávio Bacon: Who is it behind the name Honigbomber?

Bartzy Honigbomber: Armin, Kolia, Marek, Manu, and me, called Barzi. All of them great. An older-than-30-years-old-up-to younger-than-50-band. For middle class ladies and gentlemen. Punk for the upper ten thousands would have been nicer, of course, but who cares? Everyone hast o start right from the base. However, I guess the question aims at the former and actual bands of the others. I’m far from knowing all of them. Armin at the drums plays in Kurt, who every now and then appear on stage, and has played in Oma Hans and – for all the sensitive souls – in Bohrholm. Kolia on the bass has played and danced in Boy Division, in Fröbe and still plays in Potato Fritz. Roughly spoken all of these bands are in the area of the great Fidel Bastro label, all of it rather something for Noise lovers. Manu (guitar) has played in Eniac, in the rather trendy Die Charts in the meantime and now also is involved in the Auxes together with Milemarker-Dave and Eniac-Flo. But there will surely be added 4 to 5 bands some day. Marius, or Marek, playing the second guitar plays in the hectic Kotzen and the Indie gods Solemn League and has played in Kurhaus. During all those years, I only have had 2 enormously wicked rehearsal room bands. Above them, the German punk band without guitar needs to be stressed. That’s it, apathetically rattled off.

Flávio Bacon: How and under which circumstances has your idea of making music together come up?

Bartzy Honigbomber: Actually, I’m the wrong addressee to ask that. They constantly and always have had their bands. A long, long time ago, Kolia and Manu already have been making music together. Manu and Armin at the latest have been knowing each other since mutual Eniac and Kurt gigs and began rehearsing with each other one day in 2008. Of course, it plays a significant role that back then Eniac and Oma Hans were no more one day. I believe, it was especially Manu who then fancied a further guitar player. Short time after Marius joined them, there was a first short instrumental gig at the end of 2008. After that, there was a small singer casting, at which I asserted myself against the others – I guess, also because due to the broken singer’s sound system there wasn’t a lot to hear from me. By the end of 2009 we had our first gig with the five of us. The common denominator is talking shit, drinking beer. And then one can simply suspect that somehow we go well together. Musically there actually is only a “I like” or one simply doesn’t. Very rarely a “You should rather play this like that”.

Flávio Bacon: A singer casting? Tell me more: How does this look like in Honigbomber’s house, and how many opponents did you knock out?

Bartzy Honigbomber: It’s exaggerated. In the end, there were one or two rehearsals with the singer of Vom Segeln, but – I believe – logistically living in Hamburg was to my advantage.

Flávio Bacon: Up to now, what’s your output? Which ideas have been rejected? And what about your first and brand-new lp in general?

Bartzy Honigbomber: Finally, something to be answered quickly: Nothing. Well, we’ve got no further releases. No demo which could become legendary. We’ve been thinking about a split 7” on Fidel Bastro witz the American socialist Noise rockers The United Sons of Toil, which also has been rejected then. I think, not even by us. But releasing all in one go has its advantages as well. Oh yeah, there is still a song on the Centro Sociale solisampler, which had been kicked off the record and the “live set”. This left-wing district location has an (also political) broad range of events, and the sampler mirrors this very well.

Flávio Bacon: Being not an inhabitant of Hamburg, how does one imagine this Centro Sociale. In the Centro Sociale there is also the Feldstern, isn’t it? I like this place.

Bartzy Honigbomber: As I’m everything but in it, I’ll make it brief in order not to be given a bollocking. The pub Feldstern and the – the way they see themselves – “autonomous district meeting point” Tschärno are located in the same building and somehow share utility expenses etc., too. Events of different kinds. From kids fun to debates. All of it deliberately unclear within the left-wing spectrum. In the end, we’re on the sampler because we once had been playing Centro Sociale, and a friend of ours has been producing the sampler. Actually, we’re closer connected with the Rote Flora and first of all the Störte, to be honest. There is stuff I don’t like on the sampler, but also stuff I Iike Duesenjaeger, Misfired, Balboa Burnout, Maison Derriere…

Flávio Bacon: One can see that you come from a clearly defined, emancipator area, and that this has been influencing your lp. Why can one barely see such a development in the modern left wing in its musical environment?

Bartzy Honigbomber: Erm… Phew. Let me say it this way: Friends of us (like us) have a little bit been laughing at Kristof’s Beatpunk review, too. None of them knows us as bookworms or Adorno-citing windbags. I myself would have nothing (effective, hehehe) against it if this seemed like that. Nevertheless, I’m very much surprised at that. You should have to explain that to me. I really don’t think we 1:1 sound like this band or this band… But a brand new song sounds a lot like Wipers to me. “Knigge” does sound a bit like Oiro. And the lyrics, which also haven’t been produced in Plena but in a very short time, can’t keep up with those of the who-knows-which Zitronen or whoever but sometimes head against departments and deportation, sometimes against proles including flaunting. As I rather tend to pissed moaning, dialectic approach is being contained. No totally cliché-overloaded Punk lyrics. Now on the general development: Musically I often really don’t think it’s a bad thing. It’s compulsively making Punk or “left-wing socialized music” hip and modern what is which fails every now and then. As far as I think, Punk bands which sound like they’re from the early 80s may even still be formed on 50 years. After all, there are the younger, who can’t come up with “Razzia 83 in Grandma Berta’s cellar was more wicked”. Besides, so what? It is a totally different point that textual this sometimes leads to embarrassing, “outdated” shit. But even back then, one could hear enough numskull lyrics.

Flávio Bacon: How are the preparations for the (first real) Honigbomber tour running? What does your tour schedule look like?

Bartzy Honigbomber: 8 days of touring. Fear and anticipation. I even found 3 days were hard. It simply all is very dull. Driving by car, hanging about at the club, waiting, waiting, waiting, drinking, waiting, playing, drinking, …, sleeping, driving by car etc. And of course reading a lot, haha. Oh sure, others do go on tour a lot longer… Right now, day 8 is a gap, but we’re working on that. Up to now we’ve got: Friday, 7th October, in Berlin at the Schokoladen; Saturday, 8th October, in Potsdam at Black Fleck; Sunday, 9th October, in Leipzig in the Zoro; Monday, 10th October, in Darmstadt in the Oetinger Villa; Tuesday, 11th October, in Freiburg in the White Rabbit; Wednesday, 12th October, in Mainz at Haus Mainusch; Thursday, 13th October, in Saarbrücken at the Karate Club Meyer; Friday, 14th October, in Duisburg at Diäzz. The 15th is still or again free. A few very good bands will join us, I know, I will meet some friends there, and till then I will be holding in my hand our record… In case my voice and our car will keep going, it’s going to be quite wicked. Then finally, one day this year (maybe in mid-November) at our 5th or 6th gig in Hamburg with our own record. Isn’t that something?

Flávio Bacon: True, I’ve spent a lot of time at the Oetinger Villa when I was a young blood. But somehow I’ve failed to notice that there are still regularly so many shows and events going on. Good to hear get to know. The devil’s own grandma’ told me (when I was eating her out of house and home by eating her last golden hair) that Disney’s “Bee Movie” was to be shown as a supporting film at your show somewhere on your coming tour. Can any further great things be expected to be announced?

Bartzy Honigbomber: Haha. Although I’ve heard about that second-hand I’ve spilled this once. Simply coincidence. In the end, I lately have googled where and whom we are going to play with, I don’t know a lot beyond this. I’ve never been to 2 or 3 before and am excited. By the way, I’ve been to the Villa a lot in the past, too, but I haven’t been there for the last 8 years. Don’t know, I thought that still there were gigs regularly.
Friday, 7th October, Berlin – Schokoladen (early show)
Saturday, 8th October, Potsdam – Black Fleck with Radiator 865
Sunday, 9th October, Leipzig – Zoro with Frustration
Monday, 10th October, Darmstadt – Oetinger Villa (cellar show)
Tuesday, 11th October, Freiburg – White Rabbit
Wednesday, 12th October, Mainz – Haus Mainusch
Thursday, 13th October, Saarbrücken – Karate Club Meyer
Friday, 14th October, Duisburg – Diäzz with Pleased to Meet

Flávio Bacon: Your new lp has got this “special” – let’s name it amongst us churchy types of women – “artwork”. Is there a story behind that or is it a pure act of defiance against all the (now read out loud in your best Swabian accent!) “my-best-buddy-is-a-top-grafic-designer-at-the-best-agency-at-the-town-centre-square-in-Swabian-Gmünd-and-our-drummer-the-most-wicked-marketing-pony-at-Becks”-cover designs?

Bartzy Honigbomber: A clear “yes and no”. Eventually, the piece of paper resulted from boozing at the Forum in Bielefeld. The artists of this culture group there probably don’t even know how lucky they are. One day, Manu came around and said: “Cover done.” First, the band’s name was on it only because one of the also playing Dead Class wanted to know what we’re called. After that, the name was cut out of the sketch and stuck up for those combing the record boxes. Then the record’s title and most of the backside were added. Also did we get our first real “live review” from Bielefeld, by the way. At least for us very funny. It’s this review where we got that “men’s trip of intellectuals, who know how to disguise” from.

Flávio Bacon: Is there any big influence on the band? I don’t mean that in the musical sense only. And what are the, let’s say, 5 consent topics between you Honigbomber boys? Personally, I like old Kung Fu movies and fleecy animals (bunnies e.g.) a lot.

Bartzy Honigbomber: It’s more about chatting than making music at rehearsals. But it rarely happens that all the 5 of us fancy the same. It’s the usual nonsense: We all – I believe – like Wipers, Hot Snakes, Ten Volt Shock, Oiro. Marius and I further like talking about German Punk, Manu and Marius about Metal and terrible Hard Rock, Armin and I about Nomeansno and so on. Consent topics… movie stuff, as well. But concerning that, I’m the most clueless one of us. The 4 others have some insiders from the Metallica-DVD, I was recommended watching the latest Planet of the Apes, which I will never do. And hey, recently freed Marius from the Care Bears band Kurhaus – well, we rather like weapons. I’m just waffling, but the band’s big common denominator can’t be made out as we are 5 too different guys.

Flávio Bacon: Have you already received any responses to your new record or to the upcoming tour respectively? I’d like to cite a good old friend from the vegan Reich, a grandmaster of beer bongs: “German Punk would be fucked-up if this record didn’t turn out well.” That’s a bit much, if you asked me… But it’s totally ok… You know, I’m one of those benefactor guys!

Bartzy Honigbomber: Haha… Ahh… THIS IS EXACTLY IT! Even though we’re rather a vegan angler bands. So she has already listened to the record? As I’ve already hinted on, I think, there are bands which on the one hand have worse musicians than Armin, Marius, Kolia, and Manu, which on the other hand I fancy a lot. Okay, actual German Punk? Amen 81 (well…) raucous bawling meets Post-/Noisepunk. Does Amen 81 fall in the category “German Punk” for example? No idea. Surprisingly, I find the record very successful and – as I already said – I think it is something quite special. But the laurels hang too high then.  Reactions up to now: “lousy album title”, “wicked album title”, “that’s not you singing” and so on. Sound praise first of all came from Kids Explode’s Kristof in his Beatpunk article. Apart from that, we’ve only played it to closer friends, who – I guess – are rather moderately objective.

Flávio Bacon: Any final words?

Bartzy Honigbomber: No idea. Thanks to everybody involved so that the record can be released. I hope, we get to meet on tour (Göttingen’s T-Keller might be added at the end of October).

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get in the helicopter!

Blackup live:
16.9 Taverne du Theatre, La Louviere, Belgium (with The Chimiks)
29.9 Madame Moustache, Brussels, Belgium
8.10 Trix, Antwerp, Belgium (with Icarus Line & The Computers)
17.10 Magasin 4, Brussels, Belgium (with Lords of Altamont)
4.12 Festsaal, Berlin, Germany (with Hot Snakes)
5.12 Gebauede 9, Köln, Germany (with Hot Snakes)
6.12 L’Usine, Geneve, Switzerland (with Hot Snakes)
7.12 Point Ephemere, Paris, France (with Hot Snakes)
13.1 DNA, Brussels, Belgium

Honigbomber live:
7.10. Berlin – Schokoladen (Frühkonzert)
8.10. Potsdam – Black Fleck mit Radiator 865
9.10. Leipzig – Zoro mit Frustration
10.10. Darmstadt – Oetinger Villa (Kellerkonzert)
11.10. Freiburg – White Rabbit
12.10. Mainz – Haus Mainusch
13.10. Saarbrücken – Karate Club Meyer
14.10. Duisburg – Djäzz mit Pleased to Meet

Ten Volt Shock live:
30.9 Basel – Hirscheneck (+we fade to gray)
1.10 Winterthur – GGS31 (+we fade to gray)
9.12 Munster – Gleis 22 (+Dramamine)
10.12 Solingen – Waldmeister (+Dramamine)

Screaming Mimi Rec. No4 „Blackup – Ease and Delight“ LP

Was passiert eigentlich wenn Mitglieder einer grandiosen Garage/Surf Band und einer Noisecorelegende beschliessen gemeinsam, wie sie es nennen „Altherrenrock“ zu machen? Wenn diese Leute obendrein aus dem Freundeskreis der Hotsnakes kommen und Jon Spencer zu ihren Fans zählen? Blackup sind die Folge des Zusammenschlusses von Musikern der Fifty Foot Combo sowie den 90er Jahre Noisern von The Feather aus denen auch die geniale Danceband Goose hervor ging. Schneidende Postpunk Gitarren und ein Bass wie zu besten Rocket From The Crypt Zeiten treiben dem Gesang den Schweiss auf die Stirn. Absolut catchy ohne es an Nervosität vermissen zu lassen, die Wipers lassen grüssen, Gang of Four stehen Pate und Rick „Fork“ Froberg hatte sich direkt angeboten die Aufnahmen zu Mastern. Mister John Spencer (Pussy Galore/Boss Hog/Blues Explosion) himself hat die brandheisse Scheibe vorproduziert, an den Reglern sass kein geringerer als NYC-Punkrocklegende Ivan Julian der Originalgitarrist von Richard Hell and the Voidoits. Ergebnis ist eine Postpunkbombe wie sie dichter und intensiver fast nicht sein kann, schon während ich die Promo höre sammle ich drei Vorbestellungen von Ladenkunden ein die fassungslos dem Gewitter gelauscht haben. Das ganze auf 180g Vinyl im fettesten Cover mit bedrucktem Innersleeve.


Screaming Mimi Rec. No3 „Honigbomber – live im reichstag“ LP

Wow, Hamburg ist und bleibt ein Garant für den geilen Scheiß. Honigbomber sind ein Sammelsurium aus alten Bekannten (Eniac, Kurt, Oma Hans, Solemn League…), aber das beste ist: Das interessiert in dem Fall überhaupt nicht, weil Honigbomber dermaßen aufzünden, dass da meinetwegen Klaus und Klaus am Mikro stehen könnten – wenn es so klingt hätten sie alles richtig gemacht. Rauher Hamburger Nölpunk trifft auf 80er Post-Punk und 90er Noiserock der AmRep-Schule gekreuzt mit nem guten Schuss Hot Snakes, immer treibend und kräftig, aber doch akzentuiert und filigran. Vielleicht die Hamburger Antwort auf Oiro, somit quasi schon postmodern, ihr wisst schon warum. Als wäre das nicht genug, wird das Ganze vom Artwork des Jahres umhüllt, ein kartongewordener Geniestreich, der die Plattensammlung physisch beschwert und psychisch nur bereichert. Honigbomber: Beste Band!


Screaming Mimi Rec. No 2 „Ten Volt Shock – 78 Hours“ LP

78Hours kommt mir vor wie mit einem Flugzeugträger im Sportboothafen einzulaufen. Das hat Tonnage, Wucht, Gewicht und Präzision. Vertracktkluger Noisecore trifft Schweinerock auf Speed, auf ihrem mittlerweile 5. Release ticken die Schwarzwälder um Kurtfrontmann Frank wie eine verdammt grosse Zeitbombe. Minimalismus trifft auf eine Mauer aus vertracktem Lärm, das Schlagzeug treibt dem Zuhörer geradezu den verzerrten Bass, scheppernden Gesang und die irren Gitarrenmelodien in die Eingeweide. Musikalischer Humor heiratet deine Matheformelsammlung. Eigentlich gibt es für die smarten Herren nichts mehr zu beweisen aber die Jungs werden immer tighter und haben es zum ersten Mal wirklich geschafft ihren Sound entsprechend seiner Livequalität zu fixieren. Tolle Aufnahme, die sich anhört als würde Steve Albini im Drive Like Jehu T-Shirt in der ersten Reihe beim Unwound Konzert Luftgitarre spielen. Dickes Vinyl im wunderschönen 3farb Siebdruckcover, mit Text und Bild Beilage.

 


 

Screaming Mimi Rec. No1 „Serpentines – s/t“ 7inch

Die 4 Boys aus Stuttgart spielen auf ihrem zweiten Release 3 schnelle Nummern, die mit zu dem Besten ist ganz das beste was das Jahr 2010 an Postpunk ausgespuckt hat! Treibende Rhytmen, wummernde Bässe, eiskalt schneidende Gitarren, darüber sphärische Synthies und melancholischer Gesang – so muss Postpunk klingen! Zu Joy Division, The Sound oder modernen Gruppierungen wie Cut City, Interpol kann man ohne große Mühe Vergleiche ziehen, ohne dass dabei die oft vernachlässigte Eigenständigkeit außen vor gelassen wird. Neben den sagenhaft guten Songs punktet die 7er auch mit ihrer tollen Aufmachung. Poster und Downloadcode sind mit dabei, das Cover kommt mit bedruckter Transparentfront.
hier die 3 songs der 7inch.